HILTER OCKER-GUTSCHEIN

gutschein foto kleiner

 

 

 

Der HILTER-OCKER-GUTSCHEIN startet jetzt!

• Interessanter Geschenkgutschein
• Praktisch und handlich ( Plastik-Karte im Scheckkarten-Format)
• Vielseitig – bei allen teilnehmenden Firmen einlösbar
• Wert der Gutschein-Karten: 5€/ grün 10€ rot/ 20€ ockergelb
• sicher – die Karten sind nummeriert
• Es stehen kleine Geschenkbeutel zur Verfügung

Die Gutschein-Karten sind ab sofort

in der Bücherstube Stolle, Hilter erhältlich.


NOZ, 04.05.2015, Bericht: Kathrin Pohlmann

Neugierig auf den Ocker-Euro

Erste Bilanz über Hilters regionale Währung

Andreas Krebs und Heinz-Günter Stolle haben mit dem Verein Hilter Vereint den Ocker Euro ins Leben gerufen. Foto: Egmont Seiler
Andreas Krebs und Heinz-Günter Stolle haben mit dem Verein Hilter Vereint den Ocker Euro ins Leben gerufen. Foto: Egmont Seiler

Hilter. Seit mehr als einem halben Jahr gibt es nun den Ocker-Euro in Hilter. Die regionale Währung befindet sich zwar noch in der Anfangsphase, doch laut der Initiatoren hat sie sich bereits durchgesetzt und ist bei den Bürgern beliebt.

Guten Tag Herr Krebs, hallo Herr Stolle, seit wann gibt es den Ocker-Euro?
Krebs: Offiziell seit dem Ockermarkt 2014. Das war Mitte Oktober.

Wer hat die regionale Währung eigentlich ins Leben gerufen?
K: Über unseren Verein „Hilter Vereint“ ist der Ocker Euro ins Leben gerufen worden. Die Idee war, etwas Außergewöhnliches für unseren Ort zu machen. Auf den Karten sind typische Hilteraner Motive zu sehen.
Stolle: Wir haben die Kirche, das Rathaus, den Wasserturm in Borgloh und aus Wellendorf den Förderturm. Es sind praktisch alle Ortschaften auf den Karten vereint.

Wie kam die Idee dazu?
S: Die Idee dazu ist eigentlich, dass wir die Leute dazu animieren wollen im Ort zu kaufen. Und das schafft man am besten mit einem Zahlungsmittel wie diesem. Das im Ort gilt. Es gibt ja auch Vorbilder aus anderen Orten.
Krebs: Es geht uns um Kundenbindung.

Welche Vorbilder gibt es beispielsweise?
S: In Melle wurde so etwas gemacht und auch in anderen Orten. Wir haben uns Anregungen geholt und für Hilter passend gemacht.
K: Unser Ziel war es kleine Beträge zu machen. Eine Anregung kam auch von den Nagel-Talern, vom Spielwarengeschäft Nagel in Georgsmarienhütte. Die Kinder sammeln die Taler und geben sie dann anschließend dort ab.

Welche Beträge sind auf den Gutscheinen verbucht?
K: Wir haben Beträge von fünf, zehn und 20 Euro gewählt. Damit man auch mal einen kleinen Gutschein verschenken kann. Den kann man dann bei Stolle, aber auch in allen anderen Geschäften in Hilter einlösen.

Haben Sie diese Form des Gutscheins bewusst gewählt?
K: Wir hatten früher, als wir die Tombola zum Ocker-Markt organisiert haben, schon mal Ocker-Euros, aber in Papierform und nur für den Ocker-Markt. So ein Gutschein selbst kostet ja auch immer Geld. Ein Taler mit Prägung würde dann ja fast mehr kosten, als der Betrag des Gutscheins.

Wie funktioniert das Prinzip?
S: Die Gutscheine kann jeder bei uns bekommen. Geschäftsleute, die zu viele Gutscheine haben, können sie bei uns auch wieder abgeben und bekommen dann das Geld dafür. Und dann können sie wiederverwendet werden. Sie sind natürlich auch alle nummeriert und auch fälschungssicher.

K: Die Kontoführungsgebühren übernimmt Herr Stolle.
S: Ja, das mache ich ehrenamtlich.

Wie haben sie die Karten entworfen?
K: Wir haben die Karten selbst entworfen. Das heißt, wir haben innerhalb des Vereins ein paar kreative Köpfe, die das Design kreiert haben und dann haben wir den Auftrag einer Druckerei gegeben.

Wie viele haben Sie drucken lassen?
S: Wir haben 500 Stück von jeder Sorte drucken lassen. Also insgesamt 1500 Stück.
K: Auf der Rückseite der Karte steht noch eine kurze Information. Der Gutschein ist drei Jahre lange gültig.

Warum nur drei Jahre?
K: Die Karte ist für jedermann drei Jahre gültig, einfach damit er nicht so lange im Schrank liegen bleibt.

Seit der Einführung ist nun gut ein halbes Jahr vergangen. Können Sie schon eine Bilanz ziehen?
S: Man sieht es an den im Umlauf befindlichen Karten. Die Zahl schwankt natürlich immer. Das ist ganz klar. Wir sind auch noch in der Anlaufphase. Also ich denke, was wir hier umgesetzt haben, ist schon sehr gut. Zum Jahreswechsel hatten wir 4000, 5000 Euro umgesetzt. Aber man kann natürlich nicht genau sagen, wie oft die Gutscheine genutzt wurden, denn die befinden sich ja im Umlauf und das kann man nicht messen. Die Gutscheine können auch untereinander getauscht werden. Den Gesamtumsatz können wir also nicht messen.

Wie war anfangs die Reaktion der Hilteraner?
K: Sehr gut. Die Neugierde war da. Wir hatten im vergangenen Jahr auch Gutschein-Karten in der Tombola vom Ocker-Markt . Es kam ein Schub und viele Leute haben danach gefragt. Es kommen auch viele Firmen auf uns zu, die diese Gutscheine an ihre Mitarbeiter verschenken. Die Gemeinde nutzt die Gutscheine zum Beispiel auch.

Kann ich den Gutschein auch über Hilters Grenzen hinaus verwenden? Beispielsweise in Dissen?
K: Nein. Das geht leider nicht. Den Gutschein kann man nur in der Gemeinde Hilter kaufen und nutzen.
S: Die teilnehmenden Firmen sind nur in Hilter.
K: Es ist natürlich kein Problem den Gutschein in Hilter zu kaufen und dann in Borgloh einzulösen.

War die Einführung ein waghalsiges Experiment?
S: Also, wenn das Ganze total schief gegangen wäre, dann hätten wir die Gutscheine sicher abgeschafft. Wir sind immer davon ausgegangen, ‚das Projekt ist gut vorbereitet und das funktioniert auch‘.
K: Man sieht es auch an anderen Orten oder Geschäften. Überall gibt es diese kartenförmigen Gutscheine von Bekleidungsfirmen, Musikdiensten oder für App-Stores. Das ist ein Trend.

Haben sie alle Unternehmen mit im Boot?
K: Nahezu alle Geschäfte machen mit.
S: Ja, fast flächendeckend. Es gibt nur einige Ausnahmen, die nicht dabei sind.

Wie ist das, wenn ich ein Brötchen für zwei Euro kaufe, wird das auf dem Gutschein verbucht?
K: Nein, das geht nicht. Man sagt in der Regel, dass man zehn Prozent auszahlt. Wenn Sie Brötchen für zehn Euro kaufen und einen Fünf-Euro-Gutschein haben, dann können Sie fünf Euro in bar dazu zahlen.
S: Ich mache es so, wenn ein Kleinbetrag übrig bleibt, dann schreibt man eben einen Gutschein. Den kann man dann beim nächsten Mal verwenden. Da ist die Kreativität der einzelnen Unternehmen gefragt.


 

OCKER-GUTSCHEIN STARTET

HILTER FÜHRT REGIONALE WÄHRUNG EIN

Hilter. Die Gemeinde Hilter führt seine eigene regionale Währung ein – den Ocker-Gutschein. Damit soll die regionale Kaufkraft in der Gemeinde gestärkt werden.

Hilter führt eine eigene Währung ein – den sogenannten Ocker-Gutschein. Erste Anlaufstelle ist die Bücherstube Stolle in Hilter. Hier ist der Gutschein ab sofort erhältlich. „Fast alle Einzelhändler der Gemeinde beteiligen sich an dem Gutscheinsystem“, sagt Bürgermeister Marc Schewski.

Das Ziel der regionalen Währungen ist es, die regionale Wirtschaft zu fördern und auch zu stabilisieren. Durch den kleinen Raum, in dem das Geld verwendet wird, bleibt die Kaufkraft für damit getätigte Geschäfte in der Region. „Wir wollen Umsatz und Steuern in der Gemeinde halten“, sagt auch Heinz-Günter Stolle von der Bücherstube Stolle dazu.

Die Idee zu dem Geschenkgutschein wurde im Frühjahr bei der Mitgliederversammlung von „Hilter vereint“ eingebracht. Knapp ein halbes Jahr brauchte es bis zur Umsetzung. „Für den Ockermarkt gab es immer den Ocker-Euro, der war aber nur während des Marktes gültig. Der Gutschein ist nun immer einlösbar“, erklärt Enke Reinschmidt von „Hilter vereint“. Die regionale Währung ist in Form von Plastikkarten im Scheckkartenformat zu bekommen, und es gibt sie im Wert von fünf, zehn und 20 Euro. Die beteiligten Geschäfte erkennen Kunden an Hinweisaufklebern und Aufstellern an der Kasse.

Der Ocker-Gutschein kann wie Bargeld verwendet werden und ist demnach auch übertragbar auf andere Personen. Er wird auch erstmals in der Tombola des Ockermarktes verlost.

Mitglieder von „Hilter vereint“ präsentieren Ocker-Gutschein: v.l. Heinz-Günter Stolle, Marc Schewski, Hans-Ulrich Bäumker und Enke Reinschmidt. Foto: Kathrin Pohlmann

Mitglieder von „Hilter vereint“ präsentieren Ocker-Gutschein: v.l. Heinz-Günter Stolle, Marc Schewski, Hans-Ulrich Bäumker und Enke Reinschmidt.

Foto: Kathrin Pohlmann

NOZ / 10.9.2014/